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02.09.2019 - Alles zur Hopfenerntezeit

02.09.2019 - Alles zur Hopfenerntezeit

Hopfenerntezeit


Wir lieben Hopfen! Die Nutzpflanze gibt Bier die Bittere als Gegenstück zur Malzsüße und -bittere. Sie ist durch ihre konservierende Wirkung auch für die Haltbarkeit zuständig. Craftbeer-Trinker und Freunde des India Pale Ales wissen, dass der hohe Hopfenanteil im Bier früher für eine sichere Reise des Gerstensaftes von England nach Indien verantwortlich war.

 

Hopfen ist unglaublich vielfältig zu gebrauchen. Er ist grundsätzlich genießbar und wird auch als Heilmittel verwendet. Er wird außerhalb der Bierbrauerei auch als Beruhigungstee und zur Schmerzlinderung genutzt. Hopfen kann man auch essen! Die jungen Sprossen als nussig-würziges Frühlingsgemüse verwendet. Zudem gibt es zB. auch Hopfensuppe, Salat, Schnaps oder Likör! Gerne verwendet die Naturmedizin die Früchte als ätherische Öle. Nicht zuletzt ziehen viele Hobbygärtner die - übrigens sehr hartnäckige - Kletterpflanze als Sichtschutz im Garten, denn die Ranken wachsen bis zu neun Meter in die Höhe!

Der Hopfen beim Brauen


Fürs Bierbrauen braucht man vom Hopfen speziell das Lupulin, das in den Früchten der weiblichen Pflanzen enthalten ist. Neben der genannten Aromatik und Haltbarkeit verleiht es dem frisch gezapften Bier auch den Schaum. Ob eine Pflanze männlich oder weiblich ist, sieht man allerdings erst, wenn sie blüht. Nur in den weiblichen Dolden findet man in den Früchten das begehrte gelbe Pulver Lupullin.

Bitterhopfen und Aromahopfen


Neben dem „bittern“ des Bieres schafft man mittels Aromahopfen aber auch unzählige Geschmacksvarianten. Deshalb sind diese Aromaöle besonders bei Craftbeer-Brauern beliebt, wie etwa Mosaic, Simcoe oder zitrusartige Aromahopfen, wie Cascade oder Citra. Während der Bitterhopfen am Anfang beigegeben wird, erfolgt die Hopfengabe für das Aroma erst am Ende des Hopfenkochens. Wegen der Verfügbarkeit verwenden Bierbrauer gerne auch Hopfenpellets: Es handelt sich um die gepresste Form getrockneter und zermahlener weiblicher Doldenbestandteile, die für die Aromatisierung von Bier nötig sind. Die Qualität ist praktisch dieselbe, die Dosierung in die Biermaische ist allerdings viel einfacher.

Ausflugstipp Hopfenernte


Zum Bierbrauen erfolgt Ende August bis September die Erntezeit. Man erntet die Dolden vorsichtig von den Ranken, an denen sie sich im Uhrzeigersin emporschlängeln. Danach werden sie getrocknet. Viele Brauereien machen ein wahres Fest daraus. Eine lange Tradition hat die feierliche Hopfenernte bei der Trumer Privatbrauerei im Salzburger Obertrum oder auch in Pilsen, Tschechien.

Hop Facts


Botanischer Name: Humulus
Pflanzenfamilie: Hanfgewächse (Cannabaceae)
Pflanzenart: Kletterpflanze, Nutzpflanze
Alter: bis 50 Jahre
Größe: bis zu 9 Meter-Ranken, wachsend im Uhrzeigersinn
Blätter: grün, an Weinlaub erinnernd
Weibliche Blüte: grün, zapfenförmig
Männliche Blüte: Blütenstände in Rispen
Blütezeit: Juni
Früchte: grüngelbe Zapfen (Nussfrüchte)
Erntezeit: Sprossen im Frühjahr, Früchte im August / September
Wachstum: bis zu einem Meter pro Woche
Winterhärte: absolut winterhart, zieht sich über Winter ein
Verwendung: BIER! Aber auch als Zierpflanze, Sichtschutz, Sprossen wie Spargel, Früchte als Tee

Übrigens: Der Ausspruch „Da ist Hopfen und Malz verloren“ bedeutet, dass alle weiteren Mühen vergeblich sind. Gelingt das Bier nicht, sind sowohl Hopfen als auch Malz dahin.